Bitten eines Blindenführhundes
Bitte, streichelt und lockt mich nicht, wenn ich mein Geschirr trage! Meine Arbeit erfordert viel Konzentration und jede Ablenkung könnte mein blindes Herrchen oder Frauchen gefährden. Bitte, fragt meinen blinden Partner, ob und wie ihr helfen könnt! Spontanes Anfassen oder Festhalten am Führgeschirr machen mich und mein Herrchen oder Frauchen unsicher. Ihr könnt gerne eure Hilfe anbieten, aber seid nicht beleidigt, wenn Herrchen oder Frauchen ablehnen. Wir sind sehr selbstständig! Bitte, sagt meinem Herrchen oder Frauchen, welche Busse einfahren oder wann die Ampel auf "grün" steht! Ich bin zwar sehr intelligent, aber lesen oder Ampeln richtig deuten kann ich nicht. Bitte, haltet euch an die Verkehrsvorschriften! Zugeparkte oder mit Fahrzeugen verstellte Gehwege zwingen mich auf die Straße auszuweichen, wo es sehr gefährlich werden kann. Bitte, erlaubt mir den Zutritt zu Lebensmittelgeschäften! Das Gesetz ist zwar in einigen Bundesländern Österreichs auf meiner Seite, aber dennoch schimpfen immer noch Leute über mich in den Geschäften. Ihr lasst eure Augen ja auch nicht vor dem Geschäft. Bitte, erschreckt mich nicht mit Knallkörpern und dergleichen! Ihr gefährdet damit meine Diensttauglichkeit und mein Herrchen und Frauchen verlieren einen verlässlichen Führer. Bitte, haltet eure Hunde zurück und umgeht uns zügig! Ich darf im Dienst nicht schnuppern und spielen. Doch in meiner (übrigens reichlich bemessenen) Freizeit bin ich jederzeit für eine wilde Rennerei zu haben. Bitte, füttert mich nicht! Ich bin dazu erzogen worden, von Fremden nichts anzunehmen. Jeder Versuch von eurer Seite untergräbt diesen Gehorsam und mein blinder Partner wird dann zu Recht sehr ungehalten. Vielen Dank für das Verständnis! Eure Sissi! |

